Schadnager

Schadnager ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Nagetieren, die im Gartenbau, in der Tierhaltung und insgesamt in der Siedlungshygiene als Schädlinge eingestuft werden. Für ihre Bekämpfung und Kontrolle gibt es in Deutschland umfangreiche Regelungen von zuständigen Behörden.

 

Wanderratte

 

Die Wanderratte (Rattus norvegicus) ist ein Nagetier (Rodentia) aus der Familie der Langschwanzmäuse.
Wanderratten sind Allesfresser, wobei pflanzliche Nahrung meist weit überwiegt.

 

Verbreitung

Die Wanderratte war ursprünglich im gemäßigten, nördlichen Ostasien heimisch
Eingeführte Populationen sind jedoch überwiegend auf den menschlichen Siedlungsbereich beschränkt und bewohnen hier Abwasserkanäle, Mülldeponien, Keller, Lagerhäuser, Ställe, Bauernhöfe und ähnliche Habitate, sehr oft in Wassernähe. Darüber hinaus bewohnt die Art in Europa auch naturnahe Habitate, vor allem Gewässerränder mit dichter Vegetation und Meeresküsten, insbesondere im Bereich von Flussmündungen

Die Art wird als Nahrungsmittelschädling, Krankheitsüberträger und problematisches Neozoon vielfach bekämpft. Die Wanderratte ist jedoch andererseits die wilde Stammform der Farbratte, die in großer Zahl als Heim- und Versuchstier gehalten wird.

 

Wie sehen die Tiere aus?

Wanderratten sind große, kräftig gebaute Ratten mit eckigem Schädel, stumpfer Schnauze und einem dicken Schwanz, dessen Länge im Normalfall geringer ist als die Kopf-Rumpf-Länge. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 19–29 cm, die Schwanzlänge 13–23 cm und die Länge des Hinterfußes 38–45 mm. . Die Ohren sind rund und recht klein. Das Fell ist je nach Alter oberseits schmutzig graubraun, rötlich braungrau bis dunkel braunschwarz, die Unterseite ist grauweiß.

Die Tiere schwimmen, tauchen und klettern gut.

 

Aktivitäten

Die Wanderratte ist unter ungestörten Bedingungen dämmerungs- und nachtaktiv mit Aktivitätsmaxima kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang; um Mitternacht ist die Aktivität gering. Dieses Aktivitätsgrundmuster kann je nach äußeren Bedingungen vielfältig variiert werden. In Büro- oder Lagerräumen lebende Wanderratten verlegen ihre Aktivität in Zeiten menschlicher Abwesenheit.

Wenn möglich, legen Wanderratten Erdbaue an, die mindestens zwei Eingänge und einen Wohnkessel sowie häufig auch Vorratskammern aufweisen. Die Eingänge sind immer offen, die Hauptgänge sind queroval, 8–9 cm hoch und 11–12 cm breit. In Gebäuden werden die Nester in Verstecken jeder Art gebaut, z. B. zwischen Warenstapeln, in Doppelwänden, unter Fußbodendielen oder unter Strohhaufen. Die Nester bestehen aus Gras, Blättern, Papier und ähnlichem weichen Material.

 

Sozialverhalten

Die soziale Organisation einer örtlichen Population ist vor allem vom Nahrungsangebot abhängig. In Habitaten mit einem geringen oder weit verteilten Nahrungsangebot besetzen einzelne Männchen Reviere, die wiederum die Reviere mehrerer Weibchen umfassen. In Bereichen mit einem hohen und an wenigen Stellen konzentrierten Nahrungsangebot, beispielsweise an Müllkippen, leben Wanderratten in Gruppen aus vielen Weibchen und vielen Männchen („Clans“), die ihr Territorium vermutlich gegen andere Clans verteidigen.

 

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet in Europa ganzjährig statt. Die Tragzeit beträgt 22–24 Tage. Einzelne Würfe können bis zwischen vier und acht Jungtiere stark sein. Die Geschlechtsreife wird im Alter von drei bis vier Monaten erreicht.

 

Die Ratte fällt unter die Nahrungs-und Hygieneschädlinge.

Schäden entstehen durch Fraß an Nahrungsmitteln, aber vor allem durch deren Verschmutzung mit Kot und Urin sowie durch die Zerstörung der Verpackungsmaterialien. Hygienische Probleme entstehen vor allem durch die Verschleppung von Paratyphus-Keimen in Küchen und Vorratsräume, diese ist eine häufige Ursache für Lebens- und Futtermittelvergiftungen; bis hin zur Übertragung von Krankheiterregern für den Menschen.

Hausmaus

Hausmaus

Die Hausmaus (Mus musculus) ist eine zu den Altweltmäusen (Murinae) gezählte kleine Art der Langschwanzmäuse (Muridae) und als solche ein Nagetier. Sie kommt in fast allen Ländern vor und lebt als Kulturfolger oft in der Nähe von Menschen.

 

Wie sehen die Tiere aus?

Die Hausmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 7 bis 11 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 7 bis 10 Zentimetern und ein Gewicht von etwa 20 bis 25 Gramm.

 

Verbreitung

Die Hausmaus ist eine äußerst erfolgreiche Spezies. So konnte sie sich als Kulturfolger mit der zumeist unfreiwilligen Hilfe des Menschen auf der ganzen Erde verbreiten. Wenn sie nicht in der Nähe des Menschen lebt, bewohnt sie vor allem Steppen, Wüstengebiete und Kulturland. Dort gräbt sie Gänge und baut Nester, in denen sie ihre Vorräte lagert.

 

Verhalten

Die Hausmaus hält keinen Winterschlaf, sie kann jedoch bei Frost und Futterknappheit in einen Erstarrungszustand fallen. Die in der Nähe des Menschen lebende Hausmaus betreibt, besonders wenn sie sich dort leicht und regelmäßig Nahrung beschaffen kann, eine nicht so ausgiebige Vorratshaltung. Die Hausmaus ist in der Nähe des Menschen meist nachtaktiv. Nur wenn sie sich sehr sicher fühlt, verlässt sie auch tagsüber ihr Versteck.

 

Ernährung

Hausmäuse sind sogenannte Allesfresser: Sie verzehren zwar überwiegend pflanzliche Nahrung (zum Beispiel herabgefallene Samen von Gräsern, Nüsse und Wurzeln), nutzen für ihre Ernährung aber beispielsweise auch lebend erbeutete Insekten.

 

Fortpflanzung

Bei entsprechendem Nahrungsangebot ist die Hausmaus das ganze Jahr über fortpflanzungsfähig. Bis zu acht Würfe mit durchschnittlich drei bis acht Jungen im Jahr sind möglich, aber keineswegs die Regel.Im Alter von sechs Wochen sind sie geschlechtsreif. Die Tragezeit beträgt etwa drei Wochen.

 

Schadwirkung

Als sehr anpassungsfähiges Tier gilt die freilebende Hausmaus gemeinhin als Nahrungsmittel- und Materialschädling/Hygieneschädling.

Wühlmäuse

Wühlmaus

Die Wühlmäuse (Arvicolinae) stellen eine Unterfamilie der Wühler (Cricetidae) mit über 150 Arten dar. Zu den bekanntesten Arten gehören die Feldmaus, die Rötelmaus, die Bisamratte, die Schermäuse und die Lemminge.

 

Merkmale

Je nach Gattung sind die tag- und nachtaktiven Wühlmäuse zwischen 7 und 23 Zentimeter lang und wiegen ca. 80–200 g. Der Kopf ist stumpf, die Ohren sind aufgrund der wühlenden Lebensweise meist klein und manchmal fast völlig im Pelz versteckt. Die unterschiedliche Farbe des Fells reicht von braungrau über rotbraun auch gelegentlich bis hin zu schwarz. Der mittellange bis kurze Schwanz ist nur dünn behaart, weshalb seine Ringelung gut zu sehen ist. An den Vorderfüßen haben die Wühlmäuse je nach Art 4 oder 5 Zehen, an den Hinterfüßen immer 5.

 

Vorkommen

Bevorzugter Lebensraum sind leichte bis mittelschwere Böden, in denen sie ohne Schwierigkeiten ihr Gangsystem anlegen können, wobei Lössböden besonders bevorzugt werden. Während viele Wühlmausgattungen sich Gangsysteme im Boden anlegen, leben manche auf Wiesen oder sogar auf Bäumen (Tannenmäuse). Bei ihrer Wühltätigkeit werfen sie länglich flache Erdhaufen auf, die oft mit Gras oder Wurzeln durchzogen sind. Ihre Hügel werden deshalb auch oft mit denen des Maulwurfes verwechselt. Dessen Erdhaufen sind jedoch rundlicher und größer und werden von ihm auch in regelmäßigen Abständen aufgeworfen, was bei den Wühlmäusen nicht der Fall ist.

Eine Unterscheidung ist auch deshalb dringend notwendig, da Maulwürfe unter Naturschutz stehen und nicht bekämpft werden dürfen. Weiterhin ist eine gezielte Bekämpfung mit den richtigen Mitteln nur dann möglich, wenn man den Schädling richtig identifiziert hat. Eine erste Möglichkeit, um feststellen zu können, ob es sich um einen Maulwurf oder einen Nager handelt ist, eine Möhre in den Laufgang zu legen. Wird diese angefressen, handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um eine Wühlmaus. Maulwürfe beachten die Möhre nicht.

 

Schadwirkung

Wühlmäuse können schwere Schäden an Wurzelgemüsen, Stauden, Kartoffeln, Obstbäumen und anderen Nutzpflanzen verursachen.

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